News 2019-05-21

Volles Haus für Schloss-Initiative

Vorstellung der Bürgerinitiative Malteserschloss mit starker Resonanz

Heitersheim, 21. Mai 2019. Hundert Stühle waren aufgestellt, etwa fünfzig weitere wurden noch benötigt, und dennoch fanden nicht alle Interessenten einen Sitzplatz. Die erste öffentliche Versammlung der Bürgerinitiative gestern abend im Bürgersaal stieß auf reges Interesse, das sich auch in vielen Fragen und einer lebhaften Diskussion manifestierte.

Die Bürgerinitiative Malteserschloss (BIM) hatte die Menschen der Region zu ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung im Bürgersaal der Malteserhalle geladen. Der Abend wurde mit einem Vortrag von Jürgen Goebel über die Geschichte des Malteserschlosses eröffnet. Er ist ein ausgewiesener Kenner des Schlosses und Betreiber der Website schloss-heitersheim.de. Danach berichtete Zsolt Pekker, Vorsitzender des Bürgerinitiative Malteserschloss e.V., über den Stand der Dinge und stellte die Ziele der Bürgerinitiative vor.

Investorenpläne im Faktencheck
In seinem Vortrag unterzog er die Pläne der Investorengruppe, die das Schloss kaufen und dort eine private Internatsschule einrichten möchte, einem kritischen Faktencheck. Sein Fazit: Wenn diese Pläne verwirklicht werden, werden Siedlungsdruck und Wohnungsmangel in Heitersheim und Umgebung weiter verschärft. Der geplante Erwerb des Schlosses durch eine Kommanditgesellschaft würde auf Dauer das Vorkaufsrecht der Stadt aushebeln, da Gesellschafteranteile ohne Einschränkung weiterveräußert werden können. Private Internatsschulen mit den zu erwartenden hohen Schulgebühren seien erfahrungsgemäß UFO-Institutionen, die von ihrer Umgebung weitgehend isoliert bleiben. „Der Verkauf des Schlosses an die Investoren und der Betrieb einer privaten Internatsschule dort sind nicht im Interesse der Menschen in Heitersheim und Umgebung.“

Ziele der Bürgerinitiative
Die BIM wünscht sich stattdessen einen Erwerb des Schlosses durch die öffentliche Hand und eine vielfältige, öffentliche Nutzung. Das Schloss soll Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales, Gesundheitspflege Raum bieten. Auch Büros für kleinere Unternehmen und Kanzleien oder ein Startup-Zentrum könnten dort ihre Heimat finden. Nicht zuletzt sollte das Potenzial des Schlosses genutzt werden, um den Tourismus weiter zu beleben. Er forderte Bürgermeister und Gemeinderat auf, in diesem Sinne tätig zu werden und das Vorkaufsrecht der Stadt zu nutzen. Die Stadt habe außerdem die Möglichkeit, für die Finanzierung Partner aus den Nachbargemeinden, Kreis, Land, Bund und EU zugewinnen. Angesichts des großen Raumangebots und der intakten Bausubstanz könne das Schloss auch wirtschaftlich zu einem Erfolgsmodell werden.

Lebhafte Diskussion
In der anschließenden Diskussion gab es zahlreiche Beiträge, die vor allem Skepsis gegen die chinesische Beteiligung an der Investorengruppe äußerten. Sie wurde in Zusammenhang mit dem Bestreben des chinesischen Staates seinen Einfluss in der Welt unter anderem durch wirtschaftliches Engagement auszuweiten. Es gab auch skeptische Stimmen gegen die Ziele der Bürgerinitiative: Erwerb und Betrieb des Schlosses könnten viele, nicht zuletzt finanzielle Probleme aufwerfen. Zsolt Pekker begegnete diesen Einwürfen mit dem Appell, nicht auf mögliche Probleme, sondern endlich auf die Chancen zu fokussieren, die das Schloss der Stadt und der Region bietet. „Hier sind Kreativität und Phantasie gefragt!“