News 2021-04-23

Neue Chance für soziale Nutzung

BIM bietet konstruktive Zusammenarbeit an

Mit der Absage der Investoren bekommt Heitersheim eine zweite Chance: Die vielfältige öffentliche Nutzung des Malteserschlosses mit einem klaren sozialen Schwerpunkt wird nun wieder möglich. Der Vorstand der BIM begrüßt diese Entwicklung und freut sich darauf, in diesem Sinne konstruktiv mit der Stadt zusammenzuarbeiten.

„Die Stadt bekommt erneut die Chance, alle Möglichkeiten zu prüfen und die beste Lösung für die Menschen in Heitersheim und in der Region zu finden“, erklärt der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Zsolt Pekker. Er erinnert daran, dass ein künstlich erzeugter Zeitdruck vor dem Bürgerentscheid eben dies verhindert hatte. „Jetzt kann endlich sachlich über alle Optionen diskutiert werden. Es gibt eine Reihe interessanter Varianten. Wir bieten unsere konstruktive Mitarbeit an.“

Die BIM hatte in ihrer Kampagne vor dem Bürgerentscheid vor allem darauf hingewiesen, dass Heitersheim das Potenzial des Schlosses selbst dringend benötigt. Dort sind bereits soziale Einrichtungen wie das Lebenshaus und ein Flüchtlingsheim untergebracht. Außerdem gab es schon 2019 beträchtlichen Bedarf etwa bei der Tagespflege, der inzwischen noch weiter gewachsen ist. Zu den Plänen der BIM gehörte damals, ein Kinder- und Jugendhospiz im Schloss unterzubringen, das in Südbaden fehlt und dringend gebraucht wird.

„An guten Ideen, attraktiven Partnern und realistischen Finanzierungskonzepten hat es nie gemangelt“, betont Zsolt Pekker. „Wir haben zwar Zeit verloren, möchten aber an unsere damaligen Vorstellungen anknüpfen. Insbesondere wollen wir dazu beitragen, im Schloss die längst vorhandene Heitersheimer Willkommenskultur zu stärken, die Flüchtlinge aus aller Welt, Menschen aus allen sozialen Schichten und insbesondere Menschen mit besonderen Bedürfnissen begrüßt und umsorgt.“

Der BIM-Vorsitzende geht auf den Vorwurf des Investorensprechers Christian Hodeige ein, die BIM hätte die „politische Großwetterlage, die ein solches Projekt nicht gerade fördere, unseriös instrumentalisiert“. Er bezeichnet diese Aussage als nicht nachvollziehbar. Im Hinblick auf die Investoren sind bis heute sehr viele Fragen offen geblieben, zugesagte Informationen wurden nicht geliefert. „Die BIM hat in den letzten Monaten intensiv recherchiert, um diese Wissenslücken zu füllen. Wir haben ausschließlich über solide belegte Fakten informiert und – im Hinblick auf die Rolle des chinesischen Staates – auf Studien namhafter Experten hingewiesen.“

Die chinesisch-deutsche Investorengruppe, die das Malteserschloss nach dem Bürgerentscheid erwerben wollte, hat gestern erklärt, ihre Pläne aufgeben zu wollen. Als Hauptgrund nannte ihr Vertreter die Corona-Pandemie. Sie hätte erhebliche Folgen für „die Partner in China, die dort Schulträger sind, einschneidende Folgen gehabt: Sie mussten ihre Einrichtungen bei laufenden Kosten schließen.“ (Badische Zeitung vom 23.4., online am Vorabend veröffentlicht.)

„Ich bin über diese Erklärung etwas verwundert“, sagt Zsolt Pekker. „Nach allem was wir aus den Medien wissen, hat China die Pandemie sehr schnell unter Kontrolle bekommen, und das öffentliche Leben verläuft schon seit Oktober 2020 wieder weitgehend normal. Auch die Schulen haben ihren Betrieb längst wieder aufgenommen.“