News 2020-09-25

Briefkastenfirma als Schloss-Eigentümer?

SZ-Bericht weckt Zweifel an Käufergesellschaft.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet aus Peking über leere Büroräume und falsche Behauptungen. Schulinvestor Wang Jiapeng besetzt die entscheidende Position in der Heitersheim Schlossgesellschaft. Über Solidität und Bonität seines Unternehmens liegt jedoch keine nachprüfbare Information vor. Noch weniger wissen wir über die Teilhaber Shi Baodong und Shi Baoqing.

„Wang ist über die Firma Rhodes Education am Schloss beteiligt. Fährt man zur Pekinger Adresse, die er hinterlegt hat, sind da verwaiste Büroräume. Die Nachbarn sagen, die stünden seit Jahren leer, dabei ist die Firma nicht mal eineinhalb Jahre alt.“ Diese Sätze stehen im Artikel „Elite-Partner“ in der Süddeutschen Zeitung vom letzten Mittwoch.

Laut Handelsregister von Hongkong ist Wang Jiapeng alleiniger Eigentümer der genannten Firma. Sie verfügt über ein Kapital von 10.000 Hongkong-Dollar, wenig mehr als tausend Euro. Rhodes Education Ltd. fungiert als persönlich haftender Gesellschafter der Heitersheim Schlossgesellschaft Ltd. & Co. KG. Diese besitzt ein ebenfalls auffällig geringes Gesamtkapital von nur 10.000 Euro.

„Haben die Stadt und der Orden ihre Verträge vielleicht mit einer Briefkastenfirma geschlossen“, fragt BIM-Vorsitzender Zsolt Pekker. „Wir wissen praktisch nichts über diese beiden Firmen. Es gibt keinerlei Information über die tatsächliche Kapitalausstattung oder die Kreditwürdigkeit. Auf diesen Punkt hat die BIM schon vor einem Jahr hingewiesen.“

Ebenso wenig gibt es irgendwelche Informationen über die beiden anderen Teilhaber aus China, Shi Baodong und Shi Baoqing. Mehrere Gemeinderäte haben Wang und Christian Hodeige um Auskünfte gebeten, ihre schriftlichen Anfragen wurden jedoch – trotz gegenteiliger Zusage – nie beantwortet. Die Süddeutschen Zeitung hat ebenfalls nachgefragt und eine nachweislich falsche Antwort bekommen:
„Viele Register, in denen Investitionen und Beteiligungen Wangs und der Shi-Brüder verzeichnet sind, lassen sich aus Deutschland nicht abrufen, wegen Chinas Internetzensur. Aber selbst wenn man Zugang hat, ist das Geflecht der Firmen für Außenstehende kaum zu verstehen. In seinem Büro in China sagt Wang, die Shi-Brüder spielten in Heitersheim ‚nur eine kleine Rolle im größeren Bild‘. An der Schlossgesellschaft seien sie noch nicht beteiligt, sagt er, dabei führt das deutsche Handelsregister sie bereits als Gesellschafter auf.“

„Die falschen Behauptungen und das hartnäckige Zurückgehalten von Informationen werfen weitere Fragen auf“, findet Zsolt Pekker. „Was soll hier verschleiert werden? Und wieso erhalten die Heitersheimer die versprochenen Informationen nicht?“